Rückblick auf den Scholltag 2026: Ein Vormittag im Zeichen unserer Namensgeber

Am Donnerstag, den 26. Februar, hielt unsere gesamte Schulgemeinschaft inne, um den diesjährigen „Scholltag“ zu begehen. Anlässlich des Gedenkens an die Hinrichtung von Hans und Sophie Scholl im Februar 1943 wurde der reguläre Fachunterricht in den ersten beiden Stunden durch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Erbe der Geschwister Scholl ersetzt. Der vom Arbeitskreis „Demokratiebildung“ konzipierte Vormittag ermöglichte allen Schülerinnen und Schülern von der 5. Klasse bis zur Jahrgangsstufe Q1 einen altersangemessenen Zugang zu den Werten der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“.

In den unteren Jahrgangsstufen näherten sich die Schülerinnen und Schüler dem Thema auf spielerische und biografische Weise an. Während die fünften Klassen durch einen Film und eine „Scholl-Geist-Detektive“-Rallye die Anknüpfungspunkte an die Geschwister Scholl im Schulgebäude suchten, setzten sich die sechsten Klassen mit dem Thema Zivilcourage auseinander. Sie analysierten zentrale Aussagen der Widerstandsgruppe in einfacher Sprache und diskutierten darüber, wie Wahrheit und Mut auch in kleinen Taten gegen Unrecht wirken können.

Die Mittelstufe vertiefte die ethische Dimension des Widerstands. In den Jahrgangsstufen 7 und 8 stand das berühmte Motto „Wir schweigen nicht!“ im Zentrum. Die Schülerinnen und Schüler wägten dieses Versprechen gegen alltägliche Redewendungen ab und bearbeiteten konkrete Fallbeispiele zu rassistischen Beleidigungen oder Ausgrenzung, um die Folgen von Schweigen oder Handeln für alle Beteiligten zu reflektieren. Zeitgleich analysierten die neunten und zehnten Klassen das zweite Flugblatt der Weißen Rose im Original. Sie arbeiteten dabei zentrale Forderungen wie den Sturz der NS-Diktatur heraus und charakterisierten die zugrunde liegenden Werte wie Menschenwürde, Freiheit und Gerechtigkeit als einen „inneren Kompass“.

Die Oberstufe widmete sich einer theoretisch anspruchsvolleren Analyse des politischen Handelns. Die Lernenden der EF und Q1 beschäftigten sich mit Max Webers Konzepten der Gesinnungs- und Verantwortungsethik. Sie diskutierten, inwiefern der Widerstand der Scholls als Verbindung von tiefer innerer Überzeugung und der Bereitschaft, die extremen Konsequenzen des eigenen Handelns zu tragen, verstanden werden kann.

Den gemeinsamen Abschluss bildete eine Reflexionsphase, in der alle Schülerinnen und Schüler ihre persönlichen Erkenntnisse oder einen für sie bedeutsamen Wert auf Karteikarten festhielten. Diese Karten wurden im Foyer gesammelt und an Stellwänden befestigt, um die Vielfalt der Gedanken und den lebendigen Geist unserer Namensgeber sichtbar zu machen.