Der zweite Scholl-Appell 2000

Der zweite Scholl-Appell 2000

Im Treppenaufgang des Hauptgebäudes befinden sich an der Wand hinter der Sebastian-Statue eine Reihe von Dokumenten: Sie zeigen künstlerische Darstellungen, Sophie und Hans Scholl, Faksimiles der Flugblätter der Weißen Rose sowie Zeitungsartikel und Texte zum so genannten Scholl-Appell. Anlass für den ersten Scholl-Appell war ein ausländerfeindlicher Anschlag in Solingen, bei dem 1993 eine Gruppe von Rechtsextremisten ein türkisches Haus niederbrannte. Fünf türkische Frauen und Kinder starben. Dieses Geschehen veranlasste elf Schülerinnen des Geschwister-Scholl-Gymnasiums einen Appell mit Selbstverpflichtungen zu verfassen und damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Anlässlich der Jahrtausendwende wurde dieser erste Scholl-Appell am Scholl-Tag im Februar 2000 erneuert und in seinen Formulierungen den zeitgeschichtlichen Veränderungen angepasst. Auszüge aus der Präambel des „Scholl-Appell 2000“ lassen das Anliegen deutlich werden:

Mehr Toleranz, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, so lauten unser Wunsch und unsere Botschaft für das neue Jahrtausend. Wir möchten die Menschen auffordern, freundlicher und respektvoller miteinander umzugehen, da wir es im Alltag oft erleben, dass Menschen in unserer Umgebung aufgrund ihrer Hautfarbe, ihres Aussehens oder wegen ihrer finanziellen Situation bzw. sozialen Stellung diskriminiert werden. Ein weiteres Ziel ist für uns, dass wir endlich erreichen möchten, dass rassistisches Denken möglichst aus den Köpfen verschwindet und niemand unserer Mitmenschen ausgegrenzt wird. Wir alle tragen die Verantwortung für ein friedliches und tolerantes Zusammenleben. In diesem Sinne wollen wir, Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Eltern des Geschwister-Scholl-Gymnasiums zu Düsseldorf, unser (Schul-) Leben gestalten.

Dieser zweite Scholl-Appell wurde von vielen Mitgliedern der Schulgemeinde und deren Freunde unterschrieben und im Foyer der Schule und der Öffentlichkeit präsentiert. Seine Inhalte gelten am Geschwister-Scholl-Gymnasium als Leitlinie des Umgangs miteinander.