Scholl verbindet - Ein Programm zur nachhaltigen Entwicklung im sozialen Bereich

Scholl verbindet – Ein Programm zur nachhaltigen Entwicklung im sozialen Bereich

Neben der fachlichen und methodischen Vorbereitung auf Prüfungen, Studium und Berufsleben möchten wir bei unseren Schülerinnen und Schüler auch die so genannten „Soft skills“, die emotionale Intelligenz fördern, d. h. die Verarbeitung von inter- und intrapersonellen Informationen, also den bewussten Umgang mit der Kommunikation zwischen Menschen und des Menschen mit sich selbst.

Der Begriff „emotionale Intelligenz“ ist durch das gleichnamige Buch des amerikanischen Psychologen Daniel Goleman populär geworden. Goleman sieht die emotionale Intelligenz als eine übergeordnete Fähigkeit, von der es abhängt, wie gut Menschen ihre sonstigen Fähigkeiten, darunter auch den Verstand, zu nutzen verstehen.

Nach Goleman setzt sich Emotionale Intelligenz aus fünf Teilkonstrukten zusammen:

  • Selbstbewusstheit (Fähigkeit eines Menschen, seine Stimmungen, Gefühle und Bedürfnisse zu akzeptieren und zu verstehen, und die Fähigkeit, deren Wirkung auf andere einzuschätzen)
  • Selbstmotivation (Begeisterungsfähigkeit für die Arbeit, sich selbst unabhängig von finanziellen Anreizen oder Status anfeuern zu können)
  • Selbststeuerung (planvolles Handeln in Bezug auf Zeit und Ressourcen)
  • Soziale Kompetenz (Fähigkeit, Kontakte zu knüpfen und tragfähige Beziehungen aufzubauen, gutes Beziehungsmanagement und Netzwerkpflege)
  • Empathie (Fähigkeit, emotionale Befindlichkeiten anderer Menschen zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren)

Nicht das bloße Vorhandensein von Gefühlen, Emotionen, Stimmungen und Affekten, sondern der bewusste Umgang mit ihnen macht eine hohe emotionale Intelligenz aus. Darüber hinaus zählen hierzu Eigenschaften wie Vertrauenswürdigkeit und Innovationsfreude oder die Motivationsfähigkeit und das Vermögen, Gefühle und Bedürfnisse anderer wahrzunehmen. Dabei werden Befähigungen wie Teamführung, Selbstvertrauen, die Fähigkeit, sich selbst und andere aufzubauen sowie politisches Bewusstsein betrachtet.1)

„Scholl verbindet“ soll der Oberbegriff für Peer-to-peer-Projekte2) am Scholl sein, die die nachhaltige Entwicklung sozialer Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern fördern. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Gewaltprävention an unserer Schule geleistet.
Dazu gehören neben der Streitschlichtung auch das Nachhilfeprojekt „Schüler helfen Schülern“ oder die langfristig angelegte Ausbildung von Skibegleitern.

„Scholl verbindet“ umfasst aber auch die Entwicklung kommunikativer Kompetenzen durch alle Klassenstufen hinweg. Damit will das Programm einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von demokratischem Denken und Handeln leisten.
Grundlage dafür ist neben unseren eigenen Konzepten das Programm „Erwachsen werden“ der Organisation Lions-Quest.

Klasse 5/6

  • Ich und die anderen (Individuum in der Gruppe): Die neue Gruppe kennen lernen, Klassenregeln gemeinsam erarbeiten und einhalten
  • Informationen über Streitschlichtung; Patenschaften
  • Lernmethoden kennen lernen
  • den eigenen Lerntyp erkennen

Klasse 7/8

  • Meine Grenzen / deine Grenzen
  • Klassenrat; Regeln und Ablauf werden im Laufe der Hitzenlindefahrt erarbeitet; der Klassenrat findet mindestens ein Mal im Monat statt
  • eigene Wünsche und Gefühle zum Ausdruck bringen
  • Gefühle anderer Menschen erkennen und angemessen darauf reagieren
  • Peer-to-peer: Streitschlichtungsausbildung, Arbeit in der Streitschlichtung und Patenschaften mit 5/6

Klasse 9

  • Selbstkompetenz: Eigene Stärken und Schwächen erkennen
  • Berufsvorbereitung
  • Peer-to-peer: Streitschlichtungsausbildung und Patenschaften mit 5/6

Hinzu kommt in der Oberstufe das Programm „Schüler helfen Schülern“, in dem ausgesuchte Schülerinnen und Schüler aus der Oberstufe denen der Sekundarstufe I Nachhilfe erteilen.
Außerdem arbeiten einige Schülerinnen und Schüler in der Hausaufgabenbetreuung mit.

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1) siehe www.wikipedia.de unter dem Stichwort „Emotionale Intelligenz“
2) Peer-to-peer: In der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen wird Gleichaltrigen eine bedeutsame Rolle in der Definition und Aufrechterhaltung der eigenen individuellen Identität zugeschrieben. Es geht darum, Kinder und Jugendliche nicht nur als Problemverursacher zu sehen, sondern ihre Problemlösungskompetenzen mit einzubeziehen. In jeder Peer Group gibt es Personen, die besondere Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit bei den anderen Jugendlichen genießen. Gerade diese häufig lautstarken Typen besitzen oftmals eine hohe Interventionsberechtigung in ihren Cliquen (so genannter Akzeptanz-Bonus). Hier setzt die Peer Group Education an. Die Arbeit und Kooperation mit diesen Peers soll es ermöglichen, Jugendliche durch Gleichaltrige (mit gleichem sozialen und kulturellen Hintergrund) zu informieren und ihnen leichter Einsichten zu vermitteln.